Redaktion VITALARO · Stand: Oktober 2026
Fast jeder kennt Phasen, in denen man morgens schwer aus dem Bett kommt und nachmittags gegen das Gähnen ankämpft. Wer dann nach „Vitaminen gegen Müdigkeit“ sucht, findet viele Versprechen. Dieser Artikel ordnet ein: welche Alltagsfaktoren meist hinter der Müdigkeit stecken, für welche Nährstoffe die EU eine Angabe zur Müdigkeit zugelassen hat und wann Sie Müdigkeit ärztlich abklären lassen sollten.
Welche Nährstoffe außerdem zu einer normalen Funktion des Immunsystems beitragen, zeigt unser Überblick Vitamine fürs Immunsystem.
Müdigkeit: häufige Alltagsursachen
Müdigkeit ist zunächst ein sinnvolles Signal: Der Körper braucht Ruhe. Laut der Patienteninformation zur hausärztlichen Leitlinie Müdigkeit der DEGAM liegen die häufigsten Ursachen für länger anhaltende Müdigkeit erfahrungsgemäß in der Lebensweise und im seelischen Erleben. Typische Auslöser im Alltag sind:
- Zu wenig oder unruhiger Schlaf, etwa durch Schichtarbeit, späte Bildschirmzeit oder Lärm.
- Alkohol am Abend und Schlafmittel: Beides kann dazu führen, dass der Schlaf weniger erholsam ist.
- Dauerhafte Belastung im Beruf oder in der Familie, Sorgen und zu wenige echte Pausen.
- Bewegungsmangel: Wer sich wenig bewegt, verliert an Belastbarkeit. Anstrengung fällt dann schwerer, man bewegt sich noch weniger, und die Müdigkeit nimmt zu.
- Unregelmäßige Mahlzeiten und zu wenig Trinken.
- Medikamente: Manche Arzneimittel können müde machen. Setzen Sie sie aber nie ohne Rücksprache ab.
Was Sie selbst tun können
Bevor Sie über Nahrungsergänzung nachdenken, lohnt ein ehrlicher Blick auf den Alltag. Diese Gewohnheiten sind einfach umzusetzen:
- Gehen Sie möglichst zu festen Zeiten schlafen und stehen Sie auch am Wochenende ähnlich auf.
- Verbringen Sie vormittags etwas Zeit bei Tageslicht, zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit.
- Bauen Sie kurze Bewegungspausen ein: Treppe statt Aufzug, ein Spaziergang nach dem Mittagessen.
- Essen Sie regelmäßig und trinken Sie über den Tag verteilt etwa 1,5 Liter, am besten Wasser oder ungesüßten Tee, wie es die DGE empfiehlt.
- Verzichten Sie abends auf Alkohol und legen Sie das Handy eine Stunde vor dem Schlafen weg.
Nährstoffe sind also nur ein Baustein von vielen. Kein Vitamin ersetzt ausreichend Schlaf, Bewegung und Pausen.
Nährstoffe mit zugelassener Angabe zu Müdigkeit
In der EU dürfen Lebensmittel nur mit gesundheitsbezogenen Angaben beworben werden, die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geprüft und von der EU zugelassen wurden. Für die Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung gibt es eine solche Angabe für neun Nährstoffe. Der Wortlaut ist jeweils festgelegt:
| Nährstoff | Zugelassene Angabe (Wortlaut) |
|---|---|
| Riboflavin (Vitamin B2) | Riboflavin trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. |
| Niacin | Niacin trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. |
| Pantothensäure | Pantothensäure trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. |
| Vitamin B6 | Vitamin B6 trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. |
| Vitamin B12 | Vitamin B12 trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. |
| Folat | Folat trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. |
| Vitamin C | Vitamin C trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. |
| Eisen | Eisen trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. |
| Magnesium | Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. |
Wichtig ist das Wort „beitragen“. Die Angaben beschreiben, dass der Körper diese Nährstoffe für normale Funktionen braucht. Sie versprechen nicht, dass zusätzliche Mengen bei gut versorgten Menschen mehr Energie bringen. Alle zugelassenen Angaben können Sie im öffentlichen EU-Register nachlesen.
Lebensmittel als Quelle
Die meisten dieser Nährstoffe liefert eine abwechslungsreiche Mischkost. Eine Auswahl guter Quellen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE):
| Nährstoff | Gute Quellen (Auswahl) |
|---|---|
| Riboflavin | Milch und Milchprodukte, Fisch, Innereien |
| Vitamin B6 | Vollkorngetreide, Hasel- und Walnüsse, rote Paprika, Sardinen, Makrelen, Schweinefleisch |
| Vitamin B12 | in relevanten Mengen nur in tierischen Lebensmitteln |
| Folat | grünes Blattgemüse wie Spinat und Salate, Tomaten, Hülsenfrüchte, Nüsse, Orangen, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Eier |
| Eisen | Vollkornprodukte, Fleisch, Wurstwaren, Gemüse, Hülsenfrüchte |
| Magnesium | Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, Nüsse und Samen |
| Vitamin C | zum Beispiel Paprika und Zitrusfrüchte |
Ein praktischer Hinweis zu Eisen: Zugelassen ist auch die Angabe „Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme.“ Kombinieren Sie pflanzliche Eisenquellen wie Haferflocken oder Linsen deshalb gern mit Paprika oder einer Orange. Kaffee und vor allem schwarzer Tee zur Mahlzeit können die Aufnahme von Eisen aus Pflanzen dagegen verringern.
B-Vitamine im Überblick
Sechs der neun Nährstoffe aus der Tabelle gehören zu den B-Vitaminen: Riboflavin, Niacin, Pantothensäure, Vitamin B6, Vitamin B12 und Folat. Sie sind wasserlöslich und kommen in vielen Lebensmitteln vor, allerdings unterschiedlich verteilt.
Vitamin B12
Vitamin B12 kommt laut DGE nur in tierischen Lebensmitteln in relevanten Mengen vor. Die B12-Formen in Sauerkraut, Nori-Algen oder Shiitake-Pilzen kann der Mensch nicht verwerten. Für Erwachsene nennt die DGE einen Schätzwert von 4,0 Mikrogramm pro Tag. Wer sich vegan oder fast ohne tierische Lebensmittel ernährt, braucht nach DGE-Empfehlung ein Vitamin-B12-Präparat.
Folat
Für Erwachsene empfiehlt die DGE 300 Mikrogramm Folat-Äquivalente pro Tag. Wer täglich Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte und Vollkorn isst, nimmt bereits einen guten Teil davon auf.
Riboflavin und Vitamin B6
Die DGE empfiehlt Männern je nach Alter 1,3 bis 1,4 Milligramm Riboflavin pro Tag, Frauen 1,0 bis 1,1 Milligramm. Bei Vitamin B6 sind es 1,6 Milligramm für Männer und 1,4 Milligramm für Frauen. Fisch liefert beides, Milchprodukte vor allem Riboflavin, Vollkorn und Nüsse vor allem Vitamin B6.
Niacin und Pantothensäure
Beide sind in vielen Lebensmitteln enthalten. Falls Sie ein Kombipräparat mit B-Vitaminen in Betracht ziehen, achten Sie auf die Menge pro Tagesportion und darauf, nicht mehrere Präparate mit denselben Nährstoffen zu kombinieren. Mehr ist nicht automatisch besser.
Colostrum Kautabletten von VITALARO
Unsere Colostrum Kautabletten aus der Schweiz enthalten neben Colostrum unter anderem Riboflavin, Vitamin B6, Vitamin B12 und Folat. Für diese Vitamine gelten folgende zugelassene Angaben:
- Riboflavin trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
- Vitamin B6 trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
- Vitamin B12 trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
- Folat trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
Verzehrempfehlung: täglich 1–2 Kautabletten zerkauen. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Enthält Milch und Soja – nicht geeignet bei Milcheiweiß- oder Sojaallergie.
Wann Müdigkeit ärztlich abgeklärt werden sollte
Die DEGAM rät: Wenn Müdigkeit und Erschöpfung Sie übermäßig belasten oder Sie keine Ursache dafür finden, sprechen Sie das in Ihrer Hausarztpraxis an. Planen Sie dafür etwas mehr Zeit ein als für einen kurzen Akuttermin. Lassen Sie Müdigkeit insbesondere ärztlich abklären, wenn
- sie länger anhält und sich durch Schlaf und Erholung nicht bessert,
- sie Ihren Alltag oder Ihre Arbeit deutlich einschränkt,
- weitere Beschwerden hinzukommen, etwa ungewollter Gewichtsverlust, Fieber, starkes nächtliches Schwitzen, lautes Schnarchen mit Atemaussetzern oder anhaltende Niedergeschlagenheit,
- Sie vermuten, dass ein Medikament dahintersteckt,
- Sie sich vegan ernähren und bisher kein Vitamin B12 ergänzen.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fragt nach Lebensumständen, Schlaf, Belastungen und Medikamenten, untersucht Sie und veranlasst bei Bedarf weitere Untersuchungen, etwa Blutwerte. Ob tatsächlich ein Nährstoffmangel vorliegt, lässt sich nur so feststellen. Die Leitlinie betont außerdem, dass die Wirksamkeit von „Stärkungsmitteln“ oder „Aufbausubstanzen“ bei Müdigkeit nicht belegt ist. Entscheidend sind meist schrittweise Veränderungen in Lebensweise und Tagesablauf.
Häufige Fragen
Welches Vitamin fehlt bei Müdigkeit?
Das lässt sich ohne Untersuchung nicht sagen. Meist hängt Müdigkeit mit Schlaf, Belastung oder Bewegungsmangel zusammen. Ein Mangel an Eisen oder Vitamin B12 ist eine von vielen möglichen Ursachen. Ob er vorliegt, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit einer Blutuntersuchung prüfen.
Hilft Vitamin B12 bei Müdigkeit?
Zugelassen ist die Angabe „Vitamin B12 trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.“ Wer gut versorgt ist, sollte von zusätzlichem Vitamin B12 aber keinen Energieschub erwarten. Bei veganer Ernährung empfiehlt die DGE ein Vitamin-B12-Präparat.
Wie lange dauert es, bis B-Vitamine wirken?
Dafür gibt es keine seriöse Pauschalangabe. Wer ausreichend versorgt ist, bemerkt durch zusätzliche B-Vitamine in der Regel keinen Unterschied. Wurde ein Mangel festgestellt, bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen, wie er ausgeglichen und wann kontrolliert wird.
Wann sollte man mit Müdigkeit zum Arzt?
Wenn die Müdigkeit länger anhält, Sie im Alltag deutlich einschränkt oder sich durch Erholung nicht bessert. Ebenso, wenn weitere Beschwerden wie ungewollter Gewichtsverlust, Fieber oder starkes nächtliches Schwitzen hinzukommen. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis.
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen
- DEGAM: S3-Leitlinie Müdigkeit, AWMF-Register-Nr. 053-002, mit Patienteninformation (Stand 2022, gültig bis 12/2027)
- DGE: Referenzwerte Vitamin B12
- DGE: Referenzwerte Folat
- DGE: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr (u. a. Riboflavin, Vitamin B6)
- DGE: Referenzwerte Eisen
- DGE: Referenzwerte Magnesium
- DGE: Gut essen und trinken – die DGE-Empfehlungen
- Europäische Kommission: EU-Register der nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben